Französisch

L’heure des livres

von Uta Grasse 

Frau Grasse, bei Ernst Klett Sprachen erscheint bald ein Projekt, das Ihnen sehr am Herzen liegt. Können Sie uns mehr über L’Heure des livres erzählen?

L’Heure des livres ist ein ganz besonderes Angebot für Leseanfänger der beiden ersten Lernjahre, denn es vereint Originalliteratur in Form von 10 kunterbunten albums, also Bilderbüchern, die sich in einem attraktiven coffret d’albums präsentieren. Das im Klassenzimmer aufgestellt, regt wirklich zum Zugreifen und darin Schmökern an! Damit können sich auch schon SuS am Ende des 1. Lernjahres nach eigenen Vorlieben aus einem breiten Angebot das für sie passende Buch aussuchen und so erste individuelle Leseerfahrungen sammeln.

Da das spontane Lesen ohne Unterstützung für viele SuS zunächst eine Überforderung sein kann, und auch bei der Unterrichtsgestaltung mit nicht didaktisierten Büchern vieles bedacht werden muss, habe ich in der dazu gehörigen Lehrerhandreichung unterschiedliche/verschiedene Einsatzmöglichkeiten für das coffret, aber auch für die separat erhältlichen 10 albums zusammengestellt und umfangreiche Materialien entwickelt, die diesen individuellen Zugang unterstützen, die Lesekompetenz gezielt schulen und weitere produktive Kompetenzbereiche abdecken.

Was mich selbst an der Handreichung so begeistert, ist der modulare Aufbau: Es gibt insgesamt vier Ateliers mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung in den Bereichen Schreiben, kreative Gestaltung und Präsentieren. Je nach Zeitbudget, Lernstand der Klasse und unterrichtlicher Schwerpunktsetzung können die Alben/Bücher in verschiedenen Settings eingesetzt werden, und zwar mit der ganzen Klasse. Das finde ich eine ganz wichtige Ergänzung neben den Möglichkeiten punktueller Leseförderung einzelner SuS, denn allen SuS sollten Gelegenheiten des literarischen Lesens im Unterricht gegeben werden, und über binnendifferenzierte Angebote geht das auch. Sie merken schon – ich habe die Materialien erprobt und das eine oder andere ergänzend entwickelt, wo noch etwas fehlte.

Wie ist das Projekt entstanden?

Den passenden Ort gab es dazu in meiner Schule schon in Form einer neu gegründeten „Lernwerkstatt“, also einem festen Raum, in dem der Schülerschaft der unteren Jahrgänge für verschiedene Fächer ein breites Lernangebot für Freiarbeitsphasen zur Verfügung gestellt wird, sodass diese ihrem individuellem Lernstand gemäß fachbezogen selbstständig arbeiten können. Nur für Französisch war für meinen Geschmack noch nichts Passendes in den Regalen, abgesehen von zusätzlichen Grammatik- bzw. Wortschatzübungen zu den eingesetzten Lehrwerken. Mir ging es dabei zunächst vor allem um die Förderung der Lesemotivation, denn so gut die Lehrbücher inzwischen sind – mit authentischen Werken in der Zielsprache können die dort abgedruckten Geschichten nicht mithalten. Und die französische bzw. frankophone Literaturlandschaft hat wirklich Großartiges zu bieten, auch schon für die Jüngsten unter der Leserschaft.
Also habe ich ein Stück französische Lebenwirklickeit in Form einer großen Bücherkiste voller albums für das Niveau A 1 / A 1+ zusammengestellt und anschließend an Materialien für das gezielte Lesetraining getüftelt, die stets Folgendes gewährleisten sollten, damit es mit dem selbstständigen Lesen auch klappen kann: Einen auf das Buch zugeschnittenen thematischen Zugang bieten, das eigenständige Lesen des Textes ermöglichen und das Dokumentieren des persönlichen Leseeindrucks am Ende des Leseprozesses erleichtern und strukturieren. Damit können die SuS ganz individuell im eigenen Tempo das Buch/album lesen, ihren Lernerfolg kontrollieren und ihre persönlichen Leseeindrücke festhalten. Durch den Austausch mit Kolleginnen, die die Materialien auch ausprobiert haben, sind dann größere Unterrichtsvorhaben entstanden, die in die vorgestellten Ateliers Eingang gefunden haben. Wir waren nämlich einhellig der Meinung, dass es schade ist, wenn so umfangreiche Materialien zur Leseförderung nur sporadisch Verwendung finden – also habe ich wieder angefangen zu tüfteln…

Nach welchen Kriterien haben Sie die Alben gewählt? Was ist aus Ihrer Sicht für die SuS wichtig?

Ohne ein möglichst breites Spektrum an Themen geht es nicht, denn nur eine gewisse Themenbandbreite, die möglichst auch geschlechtsspezifische Aspekte berücksichtigt, gewährleistet, dass die SuS nach persönlichen Vorlieben ein Buch finden, das zu ihren Interessen passt und sie anspricht. Am Ende des ersten Lernjahres sind die Themen zunächst im Spektrum Schule, Familie, Freundschaft, Freizeit, Essen und Trinken sowie Paris bzw. einer größeren Stadt verortet, liefern aber dadurch auch vielfältige Bezugspunkte zum Erfahrungshorizont der SuS und damit zu Sprech- bzw. Schreibanlässen. Dann kommt unbedingt der ästhetische Aspekt dazu: Als sinntragende und den Leseprozess unterstützende Elemente spielen die Illustrationen eine ganz wichtige Rolle! Diese sind in französischen Bilderbüchern von hervorragender Qualität und haben häufig einen hohen Aufforderungscharakter. Für die Buchauswahl heißt das: Die Illustrationen sollen zum Um- und Weitergestalten anregen und Sprechanlässe liefern. Außerdem sind sie sinntragende Einheiten und ermöglichen Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonisten, die textuell auf dem Niveau A 1 nur sehr eingeschränkt transportierbar sind. Und ein für mich ganz entscheidender Aspekt, der für Text wie Illustration gleichermaßen gilt: Unerwartete Wendungen bzw. Pointen und eine insgesamt von Humor und vielleicht sogar Ironie geprägte Erzählweise schaffen den Brückenschlag zu unserer deutschen Leserschaft, denn ein solches Buch darf nicht kindisch und einfältig daherkommen. Der französischen Kinderliteratur zu eigen ist nämlich, dass auch und gerade die junge Leserschaft ernstgenommen und auf Tiefgang geachtet wird. Das zeigt die Verlagslandschaft auf der anderen Rheinseite immer wieder aufs Neue. Und damit bleiben diese Werke auch für unsere SuS, die ja um einige Jahre älter sind, interessant, auch für Kolleginnen und Kollegen. Sie merken also, wenn man all diese Kategorien zu berücksichtigen versucht, kann man zu diesem Zeitpunkt bereits einiges an Vorauswahl beiseite legen, auch wenn das Buch zunächst ansprechend rüberkam…

Und viele Texte sind dann ja auch schwerer, als man zunächst meint.

Genau, da gilt es eine ganze Reihe von Kriterien zu berücksichtigen. Ganz wichtig ist natürlich zunächst eine überschaubare Seitenzahl von möglichst nicht mehr als 20 Seiten. Entscheidend aber ist ein dem Lernstand der Gruppe angemessener sprachlicher Schwierigkeitsgrad. Das bedeutet konkret: wenig Text, viel Bild – möglichst nur ein bis zwei Sätze pro Seite – in großer Schrift, außerdem ein hoher Dialoganteil, und eine enge Text-Bild-Verschränkung. Diese unterstützen den Verstehensprozess genauso wie Redundanzen und Wiederholungen, die noch dazu stilistisch interessant sind. Wenn die Textlänge überschaubar ist und als Erzählzeit présent verwendet wird, dann dürfen auch mal vereinzelt Formen des passé composé, futur simple, imparfait oder conditionnel in den Text eingestreut sein, diese können dann quasi wie Vokabeln behandelt werden. Auch mit einfachen Nebensatzkonstruktionen kommen die SuS in der Regel rezeptiv gut zurecht. Die Lexik spielt außerdem eine entscheidende Rolle, denn es ist günstig, wenn im Text viele neue Wortschatzelemente auftauchen, die über Worterschließungstechniken verständlich werden.

Stimmt, Sie verwenden eine bestimmte Methodik, um das Lesen authentischer Kinderliteratur einzuführen. Können Sie uns erklären, wie Sie die Leseroutine von Anfang an bilden? 

Im Prinzip wird über diese Verfahren das angebahnt und systematisch trainiert, was manche SuS auch schon intuitiv beherrschen und was wir erwachsene Leser/-rinnen als Kind bei unseren ersten Leseerfahrungen oft auch automatisch gemacht und dann später bei der Lektüre fremdsprachlicher Texte weiter umgesetzt haben. Wir überspringen nämlich unverständliche Wörter, wenn diese nicht sinntragend sind, erschließen Wortbedeutungen aus dem Kontext und sind in der Lage, über verschiedene Worterschließungstechniken die Wortbedeutung aufzudecken. Diese intuitiven Verfahren beherrschen die SuS mehr oder weniger gut, und da setzen die Wortspuren/traces de mot genannten Materialien an, die das selbstständige Lesen unterstützen: Erschließbare Wörter suchen die SuS im Text selbst heraus – sie sind in der Reihenfolge gelistet, in der sie auch im Text vorkommen – nicht erschließbare Wörter sind dazwischen als komplettes Wortpaar eingestreut, was die Orientierung im Text vereinfacht. So entsteht eine Art Geländer, das durch den Text führt, darauf verweist auch der Begriff der “Wortspuren”. Es ist also eine Art Suchspiel, das die SuS aktiviert und die Leseroutinen längerfristig anbahnt. Natürlich ist dieses Verfahren zunächst anstrengender als der Griff zu den klassischen Annotationen, auch für uns als Lehrkräfte. Wir betreuen die SuS beim Erlernen der Verfahren intensiv, und es geht auch nicht immer alles glatt. Die meisten SuS mögen aber diese Art der Schnitzeljagd durchaus, auch wegen der Möglichkeiten der Selbstkontrolle, denn das macht von der Lehrerin und vom Lehrer unabhängig und steigert die Motivation, wenn es geklappt hat. Längerfristig werden so Ängste vor authentischen, nicht didaktisierten Texten abgebaut, Lesestrategien aufgebaut und insgesamt die Selbstständigkeit gefördert. Das ist vor allem für die SuS wichtig, denen das Fremdsprachenlernen nicht so leicht fällt, da man hier auf wichtige Unterstützungsmaterialien zurückgreifen kann, die dann letztlich auch das Selbstvertrauen stärken.

Sind das nicht sehr hohe Anforderungen an die SuS? 

Ja und nein. Man muss die Sache langsam und systematisch angehen und für einen gleichen Lernstand in der Klasse sorgen, bevor es mit dem coffret d’albums losgeht. Wenn man gleich mit der lecture individuelle startet und keine gemeinsame Arbeitsbasis legt, wird automatisch ein Teil der Lerngruppe abgehängt. Das darf nicht passieren, zumal später durch die Buchauswahl automatisch eine Binnendifferenzierung möglich ist und auch SuS mit Defiziten etwas Passendes finden können.
Als Vorbereitung auf das individuelle Lesen empfehle ich deshalb unbedingt eine lecture en classe, in der diese Verfahren mit einem Text, den alle gemeinsam lesen, eingeführt und gezielt trainiert werden, in aller Ruhe, und in mehreren Phasen. Das ist ein richtiges Lesekompetenztraining, das sich aber längerfristig bezahlt macht. Der Lernerfolg dabei ist ja auch anschließend messbar, man kann also in einer Leistungsmessung mit einem neuen Text überprüfen, ob es mit dem Training geklappt hat. Dazu gibt es auch ein eigenes Kapitel in der Handreichung.
Die Lehrerhandreichung liefert mit dem Atelier 1 die notwendigen Materialien für eine lecture en classe und viele weitere Hinweise, sodass das gemeinsame Lesen von Le dîner fantôme richtig Spaß macht, zumal ein paar weitere Highlights die kreative Ausgestaltung des Originaltextes ermöglichen. Idealerweise kann man damit zu Beginn des zweiten Lernjahres starten, dann sind auch die leistungsschwächeren SuS in der Klasse soweit, dass sie mithalten können. Außerdem passt diese lustige Gespenstergeschichte wunderbar in die Halloweenzeit, und vielleicht gibt es sogar eine Möglichkeit, mit der Klasse zum Abschluss eine soupe au potiron zu kochen, wie sie dort erwähnt wird. 

Das klingt alles spannend, aber nicht unanstrengend für die Unterrichtenden… 

Das stimmt! Lehrbucharbeit ist gemütlicher, für beide Seiten. Und wir als Lehrkräfte haben da ja auch unsere Routinen entwickelt. Soviel aber die modernen Lehrwerke bieten, die Lebenswirklichkeit, die sie vermitteln, bleibt trotzdem künstlich und ein Stück weit aufgesetzt. Wenn wir das Interesse unserer SuS am Fach Französisch hochhalten wollen, dann sollte es gelegentlich schon mehr sein. Dafür ist ein solches Leseprojekt ideal, es ist ein realer Blick in die französischen Kinderzimmer, es sind richtige Bücher, wie sie die französischen Altersgenossen in ihrer Kindheit gelesen haben. Und bereits im zweiten Lernjahr ein ganzes Buch (und dann vielleicht noch ein zweites, und später noch ein weiteres…) gelesen zu haben, kann sehr motivierend sein und stolz machen, auch uns als Lehrende. Ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn ich sage: Es lohnt sich!

Die Lehrerhandreichung zum coffret d’albums bietet ja noch viel mehr als nur die Möglichkeit basale Lesefertigkeiten von Anfang an auszubauen. 

Unbedingt, denn wer ein Buch gelesen hat, hat auch das Bedürfnis, den Inhalt zu kommentieren und über seine Leseeindrücke zu sprechen. Daran anknüpfende Angebote machen das Lesevorhaben natürlich noch lebendiger. Das klingt zunächst vielleicht trivial, im Anfangsunterricht ist es aber nicht so einfach, da die Sprachmittel naturgemäß noch beschränkt sind. Deshalb bieten die Ateliers 2, 3 und 4 unterschiedliche Schwerpunktsetzungen an, wie weitere Kompetenzen, die natürlicherweise an den Leseprozess anknüpfen, gezielt geschult werden können. Ganz konkret heißt das, dass im Zentrum des Ateliers 2 das Führen und Gestalten eines Lesetagebuchs steht, mit einigen kreativen Schreibanregungen. Atelier 3 stellt die Versprachlichung der subjektiven Leseeindrücke sowie erste Schritte in die Textanalyse in Kombination mit ihrer kreativen Umsetzung in den Mittelpunkt. Im Atelier 4 schließlich wird konkret beschrieben, wie die SuS eine Präsentation zu ihrem Buch vorbereiten, durchführen und evaluieren lernen.
In jedem Atelier sind alle dazu nötigen Arbeitsmaterialien zusammengestellt, die einzelnen Unterrichtsschritte werden ausführlich erklärt und sind mit hilfreichen Praxistipps angereichert. Mir selbst sind ja Pleiten, Pech und Pannen auch nicht unbekannt, weshalb mir der durchgehende Praxisbezug in der gesamten Lehrerhandreichung ein unbedingtes Anliegen ist.

Das Angebot L’heure des livres richtet sich an SuS, die im 1. und 2. Lernjahr Französisch lernen. Gibt es Tipps in der Lehrerhandreichung, wann ich welche Ateliers neben der Lehrwerkarbeit führen kann? 

In jedem Atelier werden die notwendigen Lernvoraussetzungen aufgelistet, sodass die Lehrkraft anhand des eingesetzten Lehrwerks überprüfen kann, ob die notwendigen Lernvoraussetzungen gegeben sind. Prinzipiell kann ich aber sagen: Wenn man nicht vorhat, einzelnen SuS zur individuellen Förderung den coffret anzubieten, sondern mit der ganzen Klasse damit arbeiten möchte (dann empfehle ich übrigens einen zweiten, möglicherweise sogar drei coffrets, damit tatsächlich für alle SuS auch ein Exemplar zur Verfügung steht), dann sollte man auf jeden Fall erst im 2. Lernjahr mit den Ateliers 2, 3 oder 4 loslegen. Eine lecture en classe ist auch schon Ende des 1. Lernjahrs denkbar und kann ein toller Schlusspunkt im ersten Schuljahr sein. 

Sie sind eine Verfechterin des literarischen Lesens (siehe Artikel zu Histoires minute in der 1. Ausgabe 2019 von LFL) von Anfang an. Können Sie uns noch mal Ihre Beweggründe erklären? 

Es gilt das Sprichwort Qui lit petit, lira grand. Und zwar nicht nur für die Muttersprache, sondern genauso für alle weiteren Sprachen, die wir lernen. Im Prinzip macht es uns ja die französichsprachige Kinder- und Jugendliteratur vor: Es gibt sie zuhauf, die literarisch wertvollen Kinderbücher, noch dazu ganz großartig und kunstvoll illustriert. Und der coffret des albums zeigt, was Literatur auch für Lesanfänger neben der Ästhetik inhaltlich bieten kann. Sie kann zum Beispiel die Fantasietätigkeit anregen (etwa Le dîner fantôme), aber auch die Möglichkeit einer Lektüre auf verschiedenen Ebenen bieten (Perdu !), unterschiedliche Deutungsmuster zulassen (Le chat d’Elsa), das “sich-in-Frage-stellen” fördern (Petite sœur, grande sœur, Les fantômes à la cave), Kritik an der Gesellschaft üben (Au lit, petit monstre !) oder schließlich erzählen, wie sich eine Persönlichkeit entwickelt und Freundschaft entsteht (Emma à Paris). Das sind allesamt wertvolle Leseerfahrungen, und wenn dies bereits im Anfangsunterricht gelingen kann, ist das großartig! Die Chance, unseren SuS solche Werke mit entsprechender Unterstützung anbieten zu können, sollten wir auch unbedingt nutzen.

Und wie reagieren die SuS auf Ihr Angebot? 

Zunächst grundweg positiv! Die Vielfalt und Farbigkeit der Bücher, die unterschiedlichen Formate und die verschiedenen Illustrationstile sind zunächst einmal schon sehr attraktiv. Da wird gerne zugegriffen und gestöbert. Ich habe ja auch ein Verfahren entwickelt, das vor der eigentlichen Wahl des Titels eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Angebot des coffret d’albums initiiert. Das funktioniert tatsächlich ganz gut, die Bücher finden so zum richtigen Leser und umgekehrt.
Ich muss aber auch anmerken, dass manche SuS zunächst etwas verzagt sind, wenn sie hören, dass sie ein ganzes Buch selbstständig lesen sollen. Sie merken dann aber bei genauerem Hinsehen, dass die Textlänge im Rahmen bleibt, und die zusätzlichen Lesehilfen geben auch eine gewisse Sicherheit. Die Möglichkeit, nach der Lesephase weitere Bereiche der Projekte auch zu zweit oder zu dritt bearbeiten zu können, schafft dabei ebenfalls Sicherheit.
Außerdem arbeite ich im Vorfeld gerne mit einigen ausgewählten Geschichten der Histoires minute von Bernard Friot, sodass die SuS wichtige Vorerfahrungen mit einbringen und schon eine positive Grundhaltung herrscht. Bei der abschließenden Evaluation der Projekte ist es dann ähnlich, vor allem das freie Arbeiten und die Möglichkeit, mit einem Partner oder in Kleingruppen zu arbeiten, werden positiv beurteilt. Die Lesehilfen werden tatsächlich als Hilfe gesehen; das freie Sprechen vor der Klasse (Atelier 4) und auch das Verfassen längerer Texte (Atelier 3 und 4) fällt hingegen manchen SuS schwerer, wird aber unter dem Strich als beherrschbare Herausforderung gesehen. Und eine ganz wichtige Sache: Die Bücher halten, was sie versprechen, sie gefallen auch noch nach Beendigung der Lesephase!
Schlussendlich sind wir uns nach dem Abschluss eines solchen Leseprojektes einig, dass alle ordentlich dazugelernt haben, es gut gelaufen und der Spaß nicht auf der Strecke geblieben ist. Was will man mehr?

Frau Grasse, wir bedanken uns herzlich für das Interview zu L’heure des livres und wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß mit Ihren SuS an der Gesamtschule Gießen-Ost – und hoffen, dass viele Lehrerinnen und Lehrer mit L’heure des livres das Lesen in ihrem Französischunterricht lebendig werden lassen ! 

Uta Grasse
L’heure des livres
Dossier pédagogique

107 Seiten

ISBN 978-3-12-590022-6

L’heure des livres – coffret d’albums
Stehsammler mit 10 Bilderbüchern

ISBN 978-3-12-590000-4

Den Stehsammler können Sie auch leer bestellen. Hier finden Sie dazu mehr Informationen.

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