ist in der Auswahl von drei aktuellen französischen Jugendromanen für den Lesewettbewerb „Prix des lycéens allemands“ 2027. Lehrkräfte können ab sofort ihre Klassen anmelden, um am Projekt teilzunehmen. Ziel der Leseinitiative ist es, Schülerinnen und Schülern eine intensive Auseinandersetzung mit französischer Originaljugendliteratur zu ermöglichen und für das Lesen im Fremdsprachenunterricht zu begeistern.

Im Roman „Permis de frémir“ geht es um unglaublichen Leichtsinn, aber auch die Verantwortung, die mit dem Erwachsenwerden verbunden ist. Manche jugendlichen Aktionen sind eine Gradwanderung, und es ist nicht ausgemacht, nach welcher Seite man fallen wird.
Pauline hat ihr Abi in der Tasche und kaum hat sie ihre Fahrprüfung bestanden, kommt sie schon in eine sehr heikle Situation. Auf der Fete mit ihren Freundinnen und Freunden soll das Abi gefeiert werden. Antoine bietet Pauline an, sie mitzunehmen. Sie müssen aber noch in der Nacht wieder zurückkommen, weil seine Mutter das Auto am nächsten Morgen braucht.
Es ist die Art und Weise, wie Pauline von Raphaële Frier beschrieben wird, die diesen Roman so besonders spannend macht. Es gibt eine gewisse Leichtfertigkeit von Pauline aber auch ein gewisses Verantwortungsbewusstsein. Was wird überwiegen? Antoine erscheint mit dem Auto seiner Mutter. Sehr vertrauenserweckend sieht die alte „caisse“ wirklich nicht aus. Mit ihrem Sachverstand – sie denkt an alles, was sie in der Fahrschule gelernt hat – findet Pauline, dass es um Antoines Fahrkünste nicht gutsteht. Pauline ist sich der Gefahren bewusst, aber sie lässt sich in ein Abenteuer hineinziehen, das nicht gut enden kann.
Sie feiern mit Freunden rund um den Pool. Nach Mitternacht erinnert sich Pauline daran, dass Antoine noch in der Nacht das Auto zurückbringen muss. Sie sucht ihn und bekommt mit, dass er wohl nicht in der Lage ist, das Auto zu lenken. Sie selbst hält sich noch für fahrtüchtig. Weit kommen sie nicht, es kommt zu einem Drama… Antoine kriegt Panik und verschwindet im Wald. Pauline kehrt zu den anderen zurück, mobilisiert ihre Freunde und sie suchen Antoine im Wald.
Der gesamte Roman wird von der Jugendsprache geprägt… eine gute Gelegenheit deren Wörter von der KI in eine Tabelle schreiben zu lassen: Prompt: „Mache mit diesen Wörtern [Liste der umgangssprachlichen Wörter] eine Tabelle, 1. Wort, -ordne nach der ersten Spalte – 2. Umschreibung, 3. Beispielsatz, ggf. 4. Deutsch“, und schon ist das Lexikon der Jugendsprache fertig.
Dieser Roman eignet sich für eine Diskussion in der Klasse rund um das Thema Verantwortung. Die Mutter von Antoine? Handelt sie verantwortungsbewusst? Und Pauline? Antoine ist im Wald verschwunden… ab wann müsste die Polizei benachrichtigt werden? Und man kann auch die Geschichte weiterschreiben. Finden Pauline und Antoine sich? Kann Pauline ihn mäßigen? Oder einen Text schreiben, in dem 12 der wichtigsten umgangssprachlichen Wörter auf der Fete erklärt werden. Oder ausdenken, wie Pauline von den Gendarmen verhört worden wäre.
Heiner Wittmann


