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Der Nationale Lesepakt – Leseförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

von Michaela Strobel

Unzureichende Lesekompetenz

6 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren können nicht ausreichend lesen.
In Deutschland.

Mehr als 3 Millionen Kinder und Jugendliche erfahren keine ausreichende Unterstützung beim Lesen und verfügen über keine ausreichende Lesekompetenz.
In Deutschland.

Zahlreiche Bildungsstudien belegen dies Jahr für Jahr. Das sind Zahlen, die einen in ihrer Dimension staunen lassen. In der breiten Öffentlichkeit gibt es dafür kaum ein Bewusstsein.
Dieses soll mit dem Nationalen Lesepakt geschaffen werden.

Gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Lesekompetenz ist funktional für alle schulischen Bereiche ebenso wie den Freizeitbereich.  Überhaupt ist die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in einer Demokratie ohne ausreichende Lesekompetenz nur schwer möglich. Allein daraus ergibt sich die Dringlichkeit der Thematik.

Angelehnt an das afrikanische Sprichwort „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“ soll die Leseerziehung Aufgabe der ganzen Gesellschaft sein. Neben Eltern, Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern sollen beispielsweise auch Unternehmen, Verlage, Bibliotheken, Stiftungen, Kirchen und Ehrenamtliche mit einbezogen werden.

Nationaler Lesepakt

Die Stiftung Lesen und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels haben hierzu den Nationalen Lesepakt ins Leben gerufen. Bundesweit bereits bestehende Netzwerke und Initiativen zur Leseförderung sollen gebündelt und ausgebaut werden. Über 150 Partner aus Wirtschaft und Politik, Medien, Kultur und Gesellschaft wurden bisher mit ins Boot geholt. Alle verfolgen gemeinsam das Ziel, Lesemotivation und Lesekompetenz bei allen Kindern aufzubauen und zu fördern.

Anfang März fand hierzu ein großer digitaler Summit statt u. a. mit einigen Best-Practice-Beispielen.

Mit einer groß angelegten Kampagne unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Karliczek soll nun auch die breite Öffentlichkeit auf die Thematik aufmerksam gemacht werden. Und vor allem auch zur Umsetzung von Möglichkeiten der Leseförderung in eigenen beruflichen oder privaten Umfeld angeregt werden.

Wer sich nun angesprochen fühlt und sich engagieren möchte, findet hier Anregungen und Tipps für die unterschiedlichsten Zielgruppen und Bereiche:

elternlesenlernen.de Schulungsprogramm für Kita-Fachkräfte im Umgang mit leseschwachen Eltern

www.mentor-bundesverband.de Förderung der Lesekompetenz durch ehrenamtliche Lesementorinnen und -mentoren

Leseförderung als Teil der Bibliotheksarbeit

Stuttgarter Vorleseprojekt

Michaela Strobel ist Grundschullehrerin, Schwerpunkt schulische und außerschulische Leseförderung, Leseförderung im Daz-Bereich, Fortbildungsveranstaltungen im Bereich Leseförderung und Alphabetisierung.

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